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Von der Straße geht es wieder ins JuZ

Die Badische Zeitung beleuchtet Herausforderungen und Erfolge unserer Offenen und Mobilen Jugendarbeit im Rebland während der Pandemie

Coronabedingt hatte sich die Jugendpflege zuletzt verstärkt auf das Aufsuchen der Jugendlichen in Efringen-Kirchen konzentriert. Nun soll es aber auch im Jugendzentrum wieder rund gehen.

Über eine Intensivierung der Einzelfallberatung und klassisches Streetwork versuchten Jens Künster und Celia Vetters von der Caritas Lörrach, auch in den Lockdown-Phasen mit den Efringen-Kirchener Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Nun, so berichteten sie am Montag im Gemeinderat, sollen die Aktivitäten im Jugendzentrum am Sportplatz wieder hochgefahren werden.

In der Pandemie seien die Container über mehrere Monate für Gruppen geschlossen gewesen. Deshalb habe man dort verstärkt Einzelfallberatungen angeboten. Solche seien auch nötig gewesen, denn in der Pandemie hätten sich Kinder und Jugendliche zwar nicht physisch, dafür aber psychisch als vulnerable Gruppe erwiesen, ordnete Celia Vetters ein, die von Zukunftsängsten vieler Jugendlicher berichtete. Sie unterstützt Künster seit September bei der Jugendsozialarbeit vor Ort. Sehr stark genutzt und als verlässliche Informationsquelle geschätzt worden sei der neue Instagramkanal des Jugendzentrums, der mittlerweile mehr als 200 Abonnentinnen und Abonnenten aus der Gemeinde habe, so Künster.
Trotz der Pandemie konnten im Sommer Veranstaltungen stattfinden

Mit der aufsuchenden Jugendarbeit auf den Straßen habe man an jedem Tag, an dem man unterwegs war, zwischen fünf und 15 Jugendliche angetroffen. Allerdings: Dabei mit neuen Gesichtern in einen vertrauensvollen Kontakt zu kommen, habe sich als schwierig erwiesen, berichteten die Betreuer.

Im Sommer habe man trotz Pandemie etliche Veranstaltungen erfolgreich durchziehen können: Von Sportturnieren, über Möbelbauaktionen bis zur Schnitzeljagd und der Beteiligung am Kinderferienprogramm der Gemeinde.

Derzeit kommen in der Regel 10 bis 15 Besucher pro Öffnungstag ins Juz. Um diese Zahl zu steigern, werbe man verstärkt im Schulzentrum. Vor allem das Angebot, in der Mittagspause der Schule eine Stunde lang im Jugendzentrum auszuspannen, wolle man wieder aufnehmen. Leider sei dies in den vergangenen zwei Jahren nicht möglich gewesen, so Künster. Vor der Pandemie hätten täglich bis zu 35 Schülerinnen und Schüler ihre Unterrichtspause im Juz verbracht.

Zwischen Generationen sollen Brücken gebaut werden

Den mit dem Gemeinderat und der Verwaltung im Herbst begonnenen Austausch wolle man mit weiteren ungezwungenen Treffen fortsetzen, gleiches gelte für das Format "Politik und Pizza", kündigte Künster an. Auch mit der Bürgerinitiative "Lebendige Nachbarschaft" (Lena) hat er ein Grillfest vereinbart, das dazu dienen soll, Brücken zwischen den Generationen zu bauen. Außerdem gibt es ein Interesse an spezifischen Angeboten für weibliche Besucher, weshalb Celia Vetters in diesem Jahr die Mädchenarbeit intensivieren will.

Einige Besucher ließen sich in der Pandemie zu "Schlüsselträgern" schulen. Ein weiteres Training mit dem Kreisjugendreferat stehe nun noch an, dann könnte das Juz von den Teenagern eigenverantwortlich auch mal in den Abendstunden oder am Wochenende geöffnet werden, meinte der Sozialarbeiter. Die Gemeinderäte zeigten sich beeindruckt von dem trotz der Einschränkungen noch vielgestaltigen Betreuungsangebot und stellten vor allem Nachfragen zum geplanten Neubau des Jugendzentrums.