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Caritas unterstreicht Bedeutung der Allgemeinen Sozialberatung als erste Anlaufstelle

Klingt unscheinbar, hat aber eine große Bedeutung: Die Allgemeine Sozialberatung der Caritas gibt Orientierung im Dickicht des Sozialsystems. Der Bedarf steigt, gerade jetzt in den Wochen vor Weihnachten, doch die finanzielle Basis bleibt schmal, denn öffentliche Zuschüsse gibt es nicht.


Wer in Armut lebt oder andere soziale Belastungen hat, dem stehen laut Gesetz vielfältige staatliche Hilfen zu. Doch für viele Betroffene ist es nicht leicht, sich im Dschungel der Hilfsangebote und Beratungsstellen zurechtzufinden. Erst recht nicht, wenn sich mehrere Probleme überlagern. Die Allgemeine Sozialberatung, im Verband Caritassozialdienst (CSD) genannt, bietet in solchen Fällen eine niederschwellige Anlaufstation, die vielschichtige Schwierigkeiten sortiert und Hilfesuchende zu den richtigen Stellen lotst. In den derzeit laufenden Armutswochen stellt die Caritas diese wertvolle Arbeit deutschlandweit unter dem Titel „Türen offen halten: Allgemeine Sozialberatung sichern“ in den Blickpunkt. Der Grund: Für die Allgemeine Sozialberatung gibt es keine öffentliche Förderung. Auch im Kreis Lörrach wird sie allein mit Geld der Erzdiözese, aus Spendentöpfen der Caritas oder über selbst eingeworbene Projektmittel finanziert.

„Wir verstehen uns als so etwas wie die Notaufnahme einer Klinik“, sagt Susanne Sprengard. Sie ist beim Caritasverband im Landkreis Lörrach Leiterin der Fachbereichs Soziale Dienste. Anlaufstellen des Caritassozialdienstes in Zell, Weil am Rhein und Lörrach mit drei Fachkräften auf zusammen 1,2 Stellen haben im vergangenen Jahr die Sorgen und Nöte von rund 500 Betroffenen angehört und deren Anliegen in die richtigen Bahnen gelenkt. 2025 dürfte diese Zahl übertroffen werden, die besonders arbeitsreichen Wochen zum Jahresende stehen erst noch bevor.

Ginge es nur nach den Buchstaben des Sozialgesetzgebung, läge die Beratungs- und Informationspflicht eigentlich bei den Sozialbehörden. Doch auch dort sind die Personalressourcen knapp. Außerdem baut die Digitalisierung im Umgang zwischen Klienten und Dienststellen oft neue Hürden auf und den zwischenmenschlichen Kontakt ab. Das Motto „Caritas öffnet Türen“ will die Caritas im Kreis Lörrach deshalb im direkten Wortsinn verstehen: Wer auch immer sich an den Caritassozialdienst wendet, wird zunächst einmal angehört und beraten.

Meist befinden sich die Klientinnen und Klienten in vielschichtigen Krisen, berichtet Susanne Sprengard aus der Praxis. Im Vordergrund stehen oft materielle Probleme, Überschuldung oder die ganz handfeste Frage, wie man überhaupt mit einem geringen Einkommen über die Runden kommen kann. Dahinter liegen sehr häufig zusätzliche Belastungen – als Ursache oder Folge von Armut. Dazu gehören gesundheitliche Probleme körperlicher oder seelischer Art, Trennungssituationen, Schwierigkeiten bei der Kindererziehung oder belastende Konflikte, etwa mit Gläubigern und Vermietern. „Oft wäre jedes einzelne Problem zu bewältigen, aber wenn vieles zusammenkommt, überfordert es die Menschen“, sagt Susanne Sprengard.

Wenn sich mehrere Schwierigkeiten überlagern, ordnet der Caritassozialdienst die Situation zunächst nach Dringlichkeit. Dann erfolgt eine Weiterleitung entweder intern an andere Caritas-Fachstellen  oder extern an Behörden sowie an andere soziale Einrichtungen beziehungsweise Beratungsstellen. Der Caritassozialdienst lenkt die Betroffenen nicht nur an die richtigen Stellen, sondern unterstützt bei Bedarf auch noch bei Anträgen. Ganz wichtig ist die Hilfe zur Selbsthilfe. „Unser Anspruch ist es, die Menschen zu befähigen, sich selbst zurechtzufinden“, sagt Sprengard.

Dass die Lotsenfunktion des Caritassozialdienstes im Landkreis Lörrach in absehbarer Zeit öffentlich gefördert werden könnte, erscheint derzeit nicht realistisch. Doch bereits eine gute Kommunikation und ein unbürokratischer Umgang mit den zuständigen Ämtern sind eine große Erleichterung. Für die zwischenmenschliche Dimension im Umgang mit den Klientinnen und Klienten sorgt dann der Caritassozialdienst selbst. Denn das Leitmotiv „Caritas öffnet Türen“ impliziert immer auch Empathie. Susanne Sprengard: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfahren, was es bedeutet, wenn eine Familie ohne Strom und Gas leben muss oder wenn zum Monatsende hin nichts mehr zum Essen da ist.“

Kontakt zum Caritassozialdienst im Kreis Lörrach:  Telefon 07621 92 75 -0

Mail info@caritas-loerrach.de oder direkt bei der Caritas in Lörrach, Weil am Rhein und Zell