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Pressemitteilung Ehrenamt
Soziale Arbeit erfordert jede Menge Fachkompetenz. Im Mittelpunkt stehen immer die Hilfsbedürftigen, darüber hinaus muss sich ein Sozialverband wie die Caritas stets auch mit rechtlichen Fragen, mit dem gesellschaftlichen Kontext und nicht zuletzt auch mit der Finanzierung befassen. Für diese komplexen Aufgaben sind professionelle Strukturen notwendig. Zum Selbstverständnis eines Verbandes, der im christlichen Gebot der Nächstenliebe verankert ist, gehört jedoch auch die ehrenamtliche Arbeit. Sie ist beim Caritasverband im Landkreis Lörrach auf vielfältige Weise mit der Tätigkeit der Hauptberuflichen verwoben.
Ein Beispiel sind die ehrenamtlichen BehördenlotsInnen. Ein gutes Dutzend Frauen und Männer – junge Erwachsene ebenso wie ältere Menschen – bieten einmal wöchentlich im Quartierstreff August-Bauer-Straße in Weil am Rhein eine offene Sprechstunde an. Wer nicht so gut Deutsch kann oder sich als Muttersprachler nicht im Behördenjargon zurechtfindet, kann sich dort helfen lassen. Die BehördenlotsInnen unterstützen beim Schriftverkehr, bei Bewerbungsschreiben oder erklären, welches Amt oder welche Fachstelle wofür zuständig ist.
Am Projekt der BehördenlotsInnen lässt sich auch gut darstellen, wie bei der Caritas die Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und Ehrenamtlichen gestaltet ist. Die freiwillig Engagierten erhalten zunächst eine Schulung und sie werden dann auch während ihrer Einsätze betreut. Professionelle Unterstützung kann etwa dann gefordert sein, wenn es darum geht, in einem schwierigen Fall die Klienten an andere Fachstellen weiterzuleiten. Oder aber, wenn das Schicksal der betreuten Personen die Helfenden so sehr mitnimmt, dass professionelle Kräfte zur Seite stehen müssen, um die Balance zwischen Empathie und Distanz zu finden.
Susanne Sprengard, die Leiterin des Fachbereichs Soziale Dienste bei der Caritas im Landkreis Lörrach spricht dabei von „emotionaler Begleitung“. Die ehrenamtlich Engagierten würden bei ihren Einsätzen „mit anderen Lebenswelten konfrontiert“. Das sei nicht immer leicht. Doch was sich zunächst als eine Herausforderung darstellt, wandelt sich meist zu einem Vorteil für die Helfenden selbst. „Ehrenamtliche Tätigkeit bereichert den Horizont“, sagt Christine Wondrak-Brunen, die Ehrenamtsbeauftragte der Caritas Lörrach.
Weitere Einsatzmöglichkeiten für Menschen, die sich engagieren wollen, bietet die Caritas beim Besuchsdienst oder beim Projekt Teilhabegarten für psychisch Erkrankte, beim Frühstückstreff in Zell, bei der Baby-Kammer in Weil am Rhein oder bei der Eltern-Kind-Gruppe ebenfalls in Weil am Rhein. Außerdem setzt die Caritas bei der Schuldnerberatung teilweise ehrenamtliche Kräfte ein.
Die Abläufe ähneln sich stets. Wer helfen möchte, wendet sich zunächst an die Ehrenamtsbeauftragte. Oft kommen die Interessenten bereits mit dem konkreten Wunsch, bei einem bestimmten Projekt mitzuarbeiten. Andere hätten keine besonderen Vorstellungen, sie wollten sich einfach engagieren, berichtet Christine Wondrak-Brunen. Dann stellt sie die verschiedenen Projekte und Möglichkeiten vor. Finden die einsatzwilligen Personen und die Caritas zusammen, dann gibt es zunächst Schulungen für die künftigen Aufgaben und schließlich wird eine Einsatzvereinbarung abgeschlossen. Die Caritas ist auch offen für Ideen, die von ehrenamtlich Tätigen oder Interessierten eingebracht werden. Und wenn einmal die Fähigkeiten oder Interessen besser zu den Diensten anderer Verbände passen, stellt die Caritas die Kontakte her. „Das Thema Ehrenamt lässt sich nur im Netzwerk bespielen“, sagt Christine Wondrak-Brunen. Flexibel zeigt sich die Caritas auch bei den Einsatzzeiten. Nicht alle Ehrenamtlichen wollen oder können sich zeitlich zu sehr binden und sich lieber blockweise betätigen. Soweit es möglich ist, sucht die Ehrenamtsbeauftragte auch dafür Lösungen.
Grundsätzlich soll die ehrenamtliche Tätigkeit bei der Caritas keineswegs Leistungen ersetzen, die sonst von professionellen Kräften erbracht werden. „Es geht um zusätzliche Angebote“, sagte Susanne Sprengard. Das Ehrenamt stärke und ergänze die professionelle Arbeit um eine wichtige menschliche und zwischenmenschliche Dimension. Die Caritas wolle das ehrenamtliche Engagement fördern, denn es bringe die Gesellschaft voran, indem es zusätzlichen Raum für persönliche Begegnung und soziale Teilhabe schaffe. Nicht zuletzt sollen die Ehrenamtlichen selbst ihre Tätigkeit als Bereicherung empfinden, sind sich Susanne Sprengard und Christine Wondrak- Brunen einig: „Die Ehrenamtlichen tragen Verantwortung, ihre Tätigkeit soll ihren aber auch Freude bereiten.“
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